Rubeias – Tui

Tagesspruch

zu unserer Natur gehört die Bewegung, die vollkomene Rue ist der Tod

Blasie Pascale

interessante Erlebnisse

nach meiner gestrigen Chaostour, einem leckeren Essen, starte ich um 06:30 Uhr, da es gestern schon richtig heiß war. Dieser Streckenabschnitt ist super schön. Wie immer laufe ich ohne Frühstück los. Nach acht Kilometern finde ich eine kleine Bar und bestelle mir den obligatorischen Galhalo und etwas Süßes. Mitten im Ort gibt es eine schöne Kirche und auch hier mache ich Rast. Ich durchquere tolle Wälder, sehe viel grün, fühle mich fast heimisch, wie im Odenwald. Alles ist saftig grün.

In einem weiteren kleinen Kaff treffe ich auf zwei Pilger, die die entgegengesetzte Richtung laufen, aufgrund der Covidbestimmungen sind sie an der Küste gelaufen und laufen nun im Kreis im Landesinneren wieder zurück.

Ich laufe und auf einmal stelle ich fest, dass ich während dem Laufen wirklich an NICHTS gedacht habe. Einfach nur laufen, laufen und wieder laufen. OK, zwischendrin gelbe Pfeile beobachten. Ich stelle fest, dass dieser Zustand wirklich angenehm ist. Denn, wenn wir hier schon ein wenig Ayurveda Wissen einbringen: mein Vataköpfchen hast eigentlich immer was zu Denken. Nichts zu denken ist wirklich phänomenal.

Dann gibt es einen ehrwürdigen Moment, denn ich verlasse Portugal und überquere eine Brücke, die Valenca in Portugal mit Tui in Spanien verbindet.

Kurz davor entdecke ich, als ich den Wald verlasse eine coole Herberge, die ich mir anschaue und mir für eine mögliche Kooperation zum Yoga machen anschaue. Außerdem ist sie von Wald umgeben und das Waldbaden scheint hier auch mit einer Gruppe möglich. Ich lasse es mir dort gut gehen, trinke einen frische Orangensaft und laufe weiter.

Der Weg nach Valenca ist lang und heiß, ich passiere Industrie und ein weiteres nettes Dorf.

Über die Brücke gelange ich nach Spanien und erkenne an, dass ich bis hierhin, trotz Taxi 😉 schon einiges geschafft habe. Vor allem die Erkenntnis, dass ich niemanden etwas beweisen muss. Ich laufe für mich.

Durch meinen Bekannten Zlatko will ich eigentlich eine Herberge aufsuchen. Ich stelle aber fest, dass diese innerhalb von zwei Jahren nicht mehr offen hat und suche nach der nächsten öffentlichen Herberge, einem Kloster

Doch auch hier habe ich Pech. Leider komplett belegt. Man schickt mich weiter und auch hier erahne ich ein Dejavue, denn es ist heiß, mein Wasser neigt sich wieder dem Ende und irgendwie

scheint Tui fast vorbei, denn ich entferne mich immer mehr vom Ortskern. So laufe ich also weiter und bleibe vor der nächsten Herberge stehen. Ich klingle, niemand macht auf und ich erahne Schlimmes. Doch irgendwann entdecke ich eine Handynummer. Das wird lustig, denn mein Spanisch ist innerhalb der letzten Tage nicht besser geworden. Ich krame alles zusammen, was ich vom Mitlernen von meinem Sohn mir gemerkt habe, gepaart mit Englisch und versuche zu erklären,  dass ich ein Bett suche. Ich erahne zu verstehen, dass mir mein Gegenüber mitteilt, dass die Herberge geschlossen ist. Na toll! Soll es jetzt so weiter gehen. Ich sinke enttäuscht, verschwitzt auf der Treppenstufe nieder und überlege, was ich tun soll.

Während ich also so dasitze, rollte in Auto mit Frau heran, bleibt stehen und spricht mich an. Sie wurde vom Besitzer angerufen, informiert, dass eine Perregrina vor der Tür steht, packt mich samt Rucksack ein und fährt mich zu ihrer Herberge.

Ich sitze einfach nur staunend im Auto und bin baff. Mittlerweile mache ich mir keine Gedanken mehr.

Die Herberge ist neu, ziemlich cool und als mein rotes Bein gesichtet wird, wird mir auch noch vorgeschlagen, dass sie mich nach meiner Dusche wieder nach Tui zu einer Apotheke fahren will.

Zahlen, Daten, Fakten

höchster Punkt 330m, niedrigster Punkt 70m

23,7 km und insgesamt mit Pausen 08:20 Stunden unterwegs.

Ich bin bisher ca. 135 km von Porto unterwegs und nach Santiago sind es noch ca. 135km.